FarmerSpace beim Niedersächsischen Zuckerrübentag in Dungelbeck

Das Motto des diesjährigen Zuckerrübentages, der am 09. September 2021 in Dungelbeck bei Peine stattfand, lautete „Mit der Zuckerrübe in der Erfolgsspur bleiben“. Ein Leitsatz, der sich auch in den Zielen unserer Forschungsarbeit widerspiegelt. Aus diesem Grund war auch das FarmerSpace-Team mit einem Stand auf dem Ausstellergelände vertreten.

Veranstaltet wurde der Niedersächsische Zuckerrübentag von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, gemeinsam mit der Nordzucker AG, der ARGE Nord e.V. sowie dem Zuckerrübenanbauverband Niedersachsen Mitte e.V..

Bei dieser Veranstaltung wurde Beratern, Praktikern und Ausstellern Gelegenheit zum Austausch über eine erfolgreiche Zukunft des Zuckerrübenanbaus geboten. Vor allem im Zuckerrübenanbau sind in den vergangenen Jahren verschiedene Pfeiler im Anbausystem weggebrochen, sodass die Zukunft der Rübe nicht nur offen für eine Veränderung ist, sondern eine solche vielmehr benötigt.

Neben dem FarmerSpace-Team waren noch 46 weitere Aussteller sowie ca. 250 Landwirte vor Ort als Gerhard Schwetje (Präsident Landwirtschaftskammer Niedersachsen) den Feldtag eröffnete. Bereits in der Begrüßung stellte er die Bedeutung der Zuckerrübe für die Region und ganz Niedersachsen heraus und wies auch auf die Herausforderungen hin, die der Kultur gegenüberstehen.

 

Folie7

Fragestellungen zu Herausforderungen auf dem Feldtag vorgestellt

In Dungelbeck wurden unterschiedliche Versuchsvorhaben zur Zuckerrübe präsentiert. Diese waren in einzelne Stationen unterteilt, welche entweder „auf eigene Faust“ oder im Rahmen einer geführten Gruppe besucht werden konnten. Ein besonderes Augenmerk wurde auf neue Strategien in jeglichen Bereichen des Pflanzenschutzes sowie auf das Zwischenfruchtmanagement und dessen Auswirkungen auf die Zuckerrübe gelegt.

An der ersten Station ging es um die mechanische Unkrautbekämpfung. Vorgestellt wurden mehrjährige Ergebnisse zum Striegeleinsatz in Zuckerrüben. Dabei stellte sich heraus, dass die mechanische sowie die von Robotern durchgeführte Unkrautbekämpfung nur die Anzahl an Handhackstunden reduzieren kann, welche wiederum stark vom jeweiligen Standort abhängt. Diese Versuche dienen auch dem konventionellen Zuckerrübenanbau vor dem Hintergrund der Reduktion von Herbiziden und der daraus resultierenden Schonung der Umwelt.

An Station 2 wurde ein Herbizidversuch vorgestellt, der die Bekämpfung von Durchwuchskartoffeln untersuchen sollte, die in manchen Regionen eine Problematik in der Kultur Zuckerrübe darstellen. Allerdings konnte keine der angewandten Maßnahmen eine ausreichende Bekämpfung erreichen. Daraus resultiert, dass dieser Problematik im Rahmen der Fruchtfolgeposition entgegengewirkt werden muss. Ferner sollten Kartoffeln nur flach eingearbeitet werden, um sicherzustellen, dass diese vom Frost erreicht werden.

Die dritte Station stellte das Anbausystem Conviso Smart dar: Hacke/Bandspritze und Conviso One oder Flächenspritzungen wurden in unterschiedlichen Varianten kombiniert. Problematisch ist hier allerdings im Allgemeinen, dass die Zulassung in Deutschland sehr undurchsichtig und kompliziert ist. In der praktischen Anwendung stellte sich zudem heraus, dass häufig keine ausreichende Bekämpfung zu erreichen ist. Vor allem dem Weißen Gänsefuß wird oftmals nicht genügend entgegengewirkt. Allerdings ist mit Blick auf andere Länder, in denen höhere Aufwandmengen sowie die Kombination mit anderen Mitteln zugelassen sind, zu sagen, dass sich das System auch vielversprechender zeigen kann.

An der vierten Station wurden Bekämpfungsstrategien von Cercospora und Co untersucht. Da in diesem Jahr das Fungizid Epoxiconazol wegfällt, war die Darstellung der verbleibenden Fungizide und Propulse® (Prothioconazol und Fluopyram) in unterschiedlich anfälligen Sorten von besonderer Relevanz für die Praxis. Da es sich bei dem Standort in Dungelbeck um einen Beregnungsstandort handelt, war zum letzten Boniturtermin in allen Varianten (mit Ausnahme der Propulse-Varianten) eine Befallshäufigkeit von 100% festzustellen. Mithin besteht die Hoffnung, dass Propulse im Jahr 2023 in Zuckerrüben zugelassen wird. Nebstdem wird die Auswahl von weniger anfälligen Sorten in Zukunft zunehmend wichtiger.

Station 5 beschäftigte sich mit dem Management von Zwischenfrüchten und der Steigerung der Düngeeffizienz. Diese Fragestellung ist vor allem hinsichtlich der Roten Gebiete von Bedeutung, in denen die Düngung von Zuckerrüben nur erlaubt ist, sofern vorher eine ungedüngte Zwischenfrucht angebaut wurde. In diesem Versuch stellte sich heraus, dass einfache Senf-Ölrettich-Mischungen ohne Düngung keinen ausreichenden Aufwuchs bilden. Dies kann jedoch durch die Ergänzung von Leguminosen ausgeglichen werden. Allerdings ist in dem Fall zu beachten, dass Leguminosen einen frühen Saattermin erfordern. Die Auswirkungen auf den Ertrag bei Zuckerrüben werden noch untersucht.

An der sechsten Station ging es um die Sortenwahl und den Züchtungsfortschritt. Den Züchtern Betaseed, KWS, MariboHilleshög, SESVanderHave und Strube wurde hier eine Plattform geboten, ihre aktuellen Sorten deren Vorteile vorzustellen. Insgesamt waren auf der Versuchsfläche 17 verschiedene Sorten ausgedrillt.

Zudem war am Rand der Versuchsfläche ein Bodenprofil angelegt, an dem die Genese des Bodens (Pseudogley-Parabraunerde, Bodenart: sandiger Lehm, SL 3 LöD) sowie grundlegende Aspekte der Bodenschätzung (59/61) und die konkrete Beurteilung des Standortes erläutert wurden. Das Bodenprofil war gerade für Praktiker aus der Region aber auch für Teilnehmer aus Forschung und Industrie von großem Interesse.

Umfassendes Ausstellungsgelände mit Ständen verschiedener Firmen

Neben der Versuchsfläche war ein Ausstellungsgelände angelegt, auf dem vor allem Züchter, Pflanzenschutzmittel-Industrie sowie Düngemittelhersteller vertreten waren. Außerdem waren einige Landtechnikfirmen vor Ort, die größtenteils Hacktechniken vorstellten. Zudem gab es einen Stand von DNZ/Nordzucker sowie einen Stand der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, an dem wir unseren Teilstand zu FarmerSpace platzieren durften, der wiederum von den Mitarbeitern Friedrich Bartels (LWK), Luisa Pommerehne (Agrartechnik Universität Göttingen) und Sebastian Streit (Institut für Zuckerrübenforschung Göttingen) betreut wurde.

Besonders informativ war auch das PraxisLabor Digitaler Ackerbau, das mit einem Schulungsfahrzeug präsentiert wurde. In diesem wurde gezeigt, auf welche Art und Weise durch digitale Geräte und Sensoren Daten auf dem Feld gesammelt und im Detail nach der Aufbereitung durch eine Verarbeitungssoftware für die Steuerung der Produktionsabläufe im Betrieb genutzt werden können.

Für FarmerSpace war es erneut eine spannende Erfahrung und wir waren sehr froh diesen Feldtag in Präsenz erleben zu können. Daher bedanken wir uns nochmals bei unserer Projektpartnerin der Landwirtschaftskammer für die hervorragende Organisation.

Scroll to Top